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Pflegeversicherung für Grenzgänger

Pflegeversicherung für Grenzgänger

In der Schweiz ist eine Pflegeversicherung im Krankenversicherungsgesetz (KVG) nicht vorgesehen. Dagegen gehört die Pflegeversicherung in Deutschland zu den Pflichtversicherungen und ist Teil jeder gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sowie der privaten Krankenversicherungen (PKV). Eine zusätzliche Pflegezusatzversicherung ist jedoch in allen Fällen unbedingt zu empfehlen.


Wie sind Grenzgänger abgesichert?

Die Absicherung im Pflegefall hängt von der Wahl der Krankenversicherung ab. Während das Schweizer System keinerlei Absicherung im Pflegefall vorsieht, sind Leistungen der Pflegeversicherung Pflicht für alle deutschen Krankenversicherungen. Doch auch wenn Sie als Grenzgänger im deutschen System Krankenversichert sind, ist eine Pflegezusatzversicherung unbedingt zu empfehlen. Eine gute Pflegeversicherung sorgt im Pflegefall für finanzielle Entlastung Ihrer Angehörigen.

Wenn Sie als Grenzgänger im schweizer System Krankenversichert sind, haben Sie mit dem Formular E106 im Pflegefall lediglich Anspruch auch Sachleistungen der deutschen Krankenversicherung. Dazu später mehr.

Wenn Sie im in der deutschen gesetzlichen Krankenversicherung Versichert sind, haben Sie Anspruch auch Pflegeleistungen, die im Regelfall jedoch nicht die tatsächlichen Kosten abdecken, die im Pflegefall auf Sie und Ihre Angehörigen zukommen, sodass es zur sogenannten Pflegelücke kommt. Dazu im nächsten Abschnitt mehr.


Leistungen der Pflegeversicherung für Grenzgänger

Grenzgänger, die in der deutschen Pflegepflichtversicherung versichert sind (GKV & PKV) erhalten Pflegeleistungen nach dem zweiten deutschen Pflegestärkungsgesetz. Die Beiträge werden anhand der Selbstständigkeit der pflegebedürftigen Person ermittelt und in fünf Pflegestufen eingeteilt (Quelle).

Da es sich bei den ermittelten Beträgen um pauschalen handelt, entsteht hier die Problematik, dass das Pflegegeld die tatsächlichen Kosten der Pflege in vielen Fällen nicht abdeckt. Daher wird auch in diesem Fall eine Pflegezusatzversicherung empfohlen, um die finanziellen Risiken im Pflegefall einzudämmen.

Sachleistungen vs. Pflegegeld

Im Fall einer Grenzgängerversicherung im Schweizer System ist keine Pflegegeldversicherung vorgesehen. Grenzgänger erhalten mit dem Formular E106 Leistungen der deutschen Krankenversicherung in Deutschland, dies beschränkt sich im Falle der Pflegeversicherung jedoch lediglich auf die sogenannten Pflegesachleistungen.

Das Pflegegeld ist ein Pauschalbetrag und wird bei stationärer oder ambulanter Pflege direkt an die Angehörigen oder die Pflegeeinrichtung ausgezahlt. Die tatsächlichen Kosten spielen dabei keine Rolle.

Die Pflegesachleistungen umfassen in der Regel Leistungen, die durch einen Pflegedienst anfallen. Diese werden bis zu einem festgelegten Betrag direkt von deem Pflegedienst mit der Krankenkasse abgerechnet. Der Höchstbetrag richtet sich dabei ebenfalls nach dem Grad der Selbstständigkeit der pflegebedürftigen Person.


Finanzielles Risiko im Pflegefall

Da Grenzgänger im Pflegefall lediglich Sachleistungen bis zur gesetzlich festgelegten Höchstgrenze erhalten, birgt dies ein großes finanzielles Risiko nicht nur für den Grenzgänger selbst, sondern auch für die Angehörigen.

Quelle: Statistisches Bundesamt

Die Statistik zeigt, dass auch das vollständige Pflegegeld nicht ausreicht, um die tatsächlichen Kosten zu decken, die bei der Vollzeitpflege im Pflegeheim durchschnittlich entstehen. Das bedeutet, dass ein sehr hoher Eigenanteil zu zahlen ist, der für Grenzgänger und Angehörige zu einer schweren finanziellen Belastung werden kann.

Risiko der Pflegebedürftigkeit

Wie wir oben gesehen haben, können im Falle der Pflegebedürftigkeit selbst bei optimaler gesetzlicher Absicherung hohe Kosten der Selbstbeteiligung entstehen. Doch wie hoch ist das Risiko überhaupt pflegebedürftig zu werden?

Jeder zweite Mann und zwei von drei Frauen
werden im Laufe ihres Lebens pflegebedürftig.

(Barmer GEK Pflegereport 2013)

67% der Frauen und 48% der Männer sind im Laufe ihres Lebens auf die Pflegeleistungen angewiesen. Das macht die Pflegeversicherung zu einem der wichtigsten Themen nicht nur für Grenzgänger, sondern auch für alle in Deutschland arbeitenden.


Häufig gestellte Fragen

Was ist eine Pflegeversicherung für Grenzgänger?

Eine Pflegeversicherung tritt in Kraft, wenn Sie Pflegeleistungen beanspruchen müssen. In Deutschland ist sie Teil der Pflichversicherung, in der Schweiz dagegen optional. In jedem Fall wird empfohlen eine Pflegezusatzversicherung abzuschließen.

Brauche ich eine Pflegezusatzversicherung für Grenzgänger?

Je nach Krankenversicherung haben Sie als Grenzgänger Anspruch auf Pflegegeld oder Pflegesachleistungen. Da beides nicht die tatsächlichen Kosten im Pflegefall abdeckt, wird eine Pflegezusatzversicherung in jedem Fall empfohlen.

Welche Pflegeversicherung soll ich abschließen?

Da die benötigten Leistungen von Ihrer individuellen persönlichen Situation abhängen, empfehlen wir Ihnen mit einem Versicherungsexperten zu sprechen. Gerne stehen wir Ihnen als Berater in diesen Fragen kostenlos zur Verfügung.