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Grenzgänger Steuern – worauf zu achten ist

Grenzgänger Steuern – worauf zu achten ist

Als Grenzgänger in der Schweiz sind Sie in Deutschland steuerpflichtig. Das Doppelsteuerabkommen zwischen Deutschland und der Schweiz wurde vereinbart, um eine doppelte Besteuerung von Grenzgängern zu vermeiden. Es besagt, dass Grenzgänger Steuern im Wohnsitzland zahlen.

Grenzgänger Steuern

Quellensteuer für Grenzgänger

In der Schweiz wird zusätzlich eine pauschale Quellensteuer in Höhe von 4,5% Ihres Arbeitslohnes einbehalten, die Sie jedoch bei Ihrer Einkommensteuererklärung in Deutschland geltend machen können. Die Quellensteuer wird in der Regel direkt vom Arbeitgeber einbehalten. Damit Ihnen nur der Pauschalbetrag von 4,5% Quellensteuer angerechnet wird, müssen Sie wie folgt vorgehen:

Als Grenzgänger Steuern anmelden

Als Grenzgänger in der Schweiz müssen Sie sich als solcher bei Ihrem zuständigen Finanzamt in Deutschland anmelden. Dazu müssen Sie den Grenzgängerfragebogen (Vordruck Seite 2-76) ausfüllen und einen Lohnzettel oder Arbeitsvertrag als Nachweis über die Höhe Ihres Lohnes in der Schweiz beifügen. Anhand der eingereichten Daten wird die vierteljährlich fällige Einkommensteuer-Vorauszahlung berechnet.

Ansässigkeitsbescheinigung

Wenn Sie den Granzgängerfragebogen einreichen, wird Ihnen eine Steuernummer zugeteilt und eine Ansässigkeitsbescheinigung (Gre-1) ausgestellt. Die Ansässigkeitsbescheinigung müssen Sie bei Ihrem Arbeitgeber einreichen. Nur so wird gewährleistet, dass lediglich der Pauschalbetrag von 4,5% Quellensteuer einbehalten wird,

Ohne Vorlage der Ansässigkeitsbescheinigung ist der Arbeitgeber verpflichtet die gesamte Höhe der Quellensteuer nach schweizer Tarif einzubehalten. Eine Rückerstattung der zu viel gezahlten Steuern nur möglich, wenn kein schuldhaftes Vergehen des Arbeitnehmers vorliegt.

Einkommensteuererklärung

Die Vorauszahlungen auf die voraussichtliche Jahressteuer in Deutschland werden vierteljährlich erhoben (10.03., 10.06., 10.09. und 10.12.), wenn die deutsche Steuer höher als die Quellensteuer von 4,5% ist.

Als Grenzgänger sind Sie dazu verpflichtet, eine jährliche Einkommensteuererklärung in Deutschland einzureichen. Auf dessen Grundlage wird auch die Einkommensteuer-Vorauszahlung für das folgende Jahr berechnet. Die Einkommensteuer muss grundsätzlich jeweils bis zum 31. Juli des Folgejahres eingereicht werden und die Anlage „N-Gre“ enthalten, um die Grenzgänger Steuern korrekt zu berechnen.

60-Tage-Regelung für Grenzgänger Steuern

Sollten Sie als Grenzgänger aus beruflichen Gründen an mehr als 60 Tagen pro Jahr nicht an Ihren Wohnort zurückkehren können, gelten Sie aus steuerrechtlicher Sicht nicht mehr als Grenzgänger und sind daher im Erwerbsland, in diesem Fall in der Schweiz, voll steuerpflichtig.

Auf diese 60-Tage angerechnet werden vertraglich festgelegte Arbeitstage, an denen es Ihnen “nicht zumutbar” ist, an Ihren Wohnort zurückzukehren. Das beinhaltet:

  • wenn der Arbeitsweg zwischen Wohn- und Arbeitsstelle mehr als 110 Kilometer beträgt
  • wenn der Anfahrt zur Arbeit mehr als 1,5 Stunden dauert (ein Weg)
  • Geschäftsreisen (in diesem Fall auch Wochenenden und Feiertage)

Wenn Sie in einem Jahr an mehr als 60 Tagen nicht an Ihren Wohnort zurückkehren, müssen Sie das Formular Gre-3 ausfüllen und bei Ihrem Finanzamt einreichen.

Aufgrund der Komplexität der Steuerfragen und der Abhängigkeit von Ihrer individuellen Situation raten wir Ihnen unbedingt einen auf Grenzgänger spezialisierten Steuerberater nach § 4 StBerG zu Rate zu ziehen.