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Urlaubsanspruch in der Schweiz

Urlaubsanspruch in der Schweiz für Grenzgänger

Grenzgänger in der Schweiz haben den gleichen Urlaubsanspruch wie die schweizer Arbeitnehmer:

  • Arbeitnehmer bis 20 Jahre haben Anspruch auf 5 Wochen Urlaub pro Jahr
  • Arbeitnehmer über 20 Jahre haben Anspruch auf 4 Wochen Urlaub pro Jahr

Der Urlaubsanspruch kann vertraglich geregelt und verlängert werden. Kollektive Arbeitsverträge (Gesamtarbeitsverträge, GAV) sehen oft mehr Urlaubstage vor, die abhängig von den geleisteten Dienstjahren oder oder dem Alter der Arbeitnehmenden sein kann.

Der Urlaubsanspruch kann nur vermindert werden, wenn ein Arbeitnehmer in einem bestimmten Jahr längere Zeit ausfällt. Zum Beispiel wenn ein neuer Job nicht zum 1. Januar Begonnen wird, sondern zum 1. Juni. Der Urlaubsanspruch wird dann anteilig berechnet.

In der Regel müssen zwei Wochen Urlaub am Stück pro Jahr genommen werden. Der Urlaubsanspruch kann nicht durch finanziellen Ausgleich oder andere Vergünstigungen ersetzt werden.

Gesetzliche Feiertage in der Schweiz

Die gesetzlichen Feiertage in der Schweiz sind der 1. Januar (Neujahr), Auffahrt (Christi Himmelfahrt, Datum variiert), der Nationalfeiertag am 1. August und der erste Weihnachtsfeiertag am 25. Dezember.

Alle weiteren Feiertage wie Ostern, Pfingsten und Fronleichnam werden auf kantonaler Ebene geregelt.

Sonderurlaub

In der Schweiz gibt es zudem einige Urlaubsbestimmungen, die gesetzliche vorgeschrieben sind. Dazu gehören Urlaubstage für Arbeitnehmende unter  30 Jahren, die sich unentgeltlich für die Jugend engagieren oder zur Ausführung eines öffentlichen Amtes.

Gesetzlich nicht im Detail geregelt sind Sonderurlaube wie Heirat, Geburt des Kindes, Tod eines nahen Verwandten, Umzug etc. Hier ist es sinnvoll, sich mit dem Arbeitgeber abzusprechen, welche freie Zeit hier jeweils beansprucht werden kann.

Mutterschaftsurlaub

Mutterschaftsurlaub für erwerbstätige Mütter ist für 98 Tage (14 Wochen) ab der Geburt des Kindes vorgesehen. In der Regel erhalten sie ein Tagegeld in Höhe von 80% des Gehalts während dieser Zeit. Durch vertragliche, kantonale oder gesamtvertragliche Regelungen bestimmte großzügigere Regelungen sind gesetzlich geltend.

Krankheit

Arbeitgeber müssen bei Krankheit, die länger als drei aufeinander folgende Tage anhält ein ärztliches Attest vorlegen. Der Arbeitgeber ist gesetzliche verpflichtet, den Lohn über eine gewisse Zeit fortzuzahlen.

Die Länge der Lohnfortzahlung bei Krankheit richtet sich nach der Anzahl der Dienstjahre. Diese fällt in der Regel recht kurz aus. Nach 3 Monaten Betriebszugehörigkeit haben Arbeitnehmer zum Beispiel einen Anspruch von nur 3 Wochen Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Grenzgänger können sich mit einer Krankentagegeldversicherung gegen finanzielle Nachteile im Krankheitsfall absichern.

Autor: Holger Kosmund

Holger Kosmund ist seit über 18 Jahren als unabhängiger Finanz- und Versicherungsberater im Raum Lindau am Bodensee tätig. Durch die Nähe zur Schweiz war er in dieser Zeit bereits vielen Grenzgängern bei der optimalen Absicherung und Vorsorge behilflich.