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Aufenthalter in der Schweiz

Aktualisiert am

Aufenthalter arbeiten und wohnen in der Schweiz. Da sich ihr Lebensmittelpunkt in der Schweiz befindet, sind sie dort auch krankenversicherungs- und steuerpflichtig.

Ein Zweitwohnsitz in Deutschland ist möglich, aber nicht erforderlich. Wenn Ehepartner oder Kinder weiterhin in Deutschland leben, müssen Sie jedoch besonders aufpassen.

Definition: Wann sind Sie Aufenthalter?

Als Aufenthalter gelten Ausländer, die mehr als drei Monate pro Kalenderjahr ihren Lebensmittelpunkt in der Schweiz haben.

Dies bedeutet, dass Sie in der Schweiz sowohl Ihre Arbeitsstelle als auch Ihren Wohnsitz haben und nicht regelmäßig nach Deutschland zurückkehren. Sie benötigen dann eine Aufenthaltsbewilligung.

Aufenthalter unterliegen sowohl der Einkommensteuerpflicht als auch der obligatorischen Schweizer Krankenversicherung nach KVG in der Schweiz.

Aufenthalter, Wochenaufenthalter, Grenzgänger: die Unterschiede

Als Aufenthalter leben, wohnen und arbeiten Sie in der Schweiz. Ein Wohnsitz in Deutschland ist in der Regel nicht mehr vorhanden. Die Schweiz bildet also Ihren Lebensmittelpunkt. Das heißt zum Beispiel auch, dass Sie als Aufenthalter Ihre Steuern in der Schweiz zahlen.

Wochenaufenthalter oder Wochengrenzgänger arbeiten in der Schweiz und übernachten dort unter der Woche. Sie haben jedoch ihren Hauptwohnsitz in Deutschland und kehren an diesen regelmäßig zurück. In der Regel am Wochenende. Hier erfahren Sie mehr

Grenzgänger arbeiten in der Schweiz, wohnen aber in Deutschland. Sie pendeln täglich von Ihrem Wohnort in Deutschland an den Ort ihrer Arbeitsstelle in der Schweiz. So lange sie unter die 60-Tage Regelung fallen, zahlen Sie ihre Steuern in Deutschland. Es gelten besondere Bestimmungen bei der Krankenversicherung. Weiterlesen


Steuern in der Schweiz

Aufenthalter verlagern ihren Lebensmittelpunkt in der Regel in die Schweiz. Das bedeutet auch, dass die Besteuerung in der Schweiz vorgenommen wird. In Deutschland fallen dann keine weiteren Steuern an, solange keine Einnahmen dort erzielt werden.

Die Besteuerung in der Schweiz ist von Kanton zu Kanton unterschiedlich. Grundsätzlich sind die Steuern in der Schweiz jedoch geringer und greifen später. Die durchschnittlichen Abzüge vom Bruttolohn in der Schweiz betragen 16,9% in Deutschland dagegen fast 40%.

Abzüge vom Bruttolohn für alleinstehende Durchschnittsverdiener ohne Kinder (Quelle)

Eine Versteuerung des Einkommens in der Schweiz kann daher durchaus lohnenswert sein und ist ein wichtiger Beweggrund für viele Deutsche Staatsbürger, die in der Schweiz arbeiten auch dorthin überzusiedeln. Mehr zum Thema Steuern für Grenzgänger…


Aufenthalter-Krankenversicherung

Ein Umzug in die Schweiz bedeutet, dass Sie sich dort in der obligatorischen Krankenversicherung nach KVG versichern müssen. Im Gegensatz zu den Grenzgängern haben Sie nicht die Möglichkeit weiterhin in Deutschland privat oder freiwillig gesetzlich versichert zu sein.

Dies muss kein Nachteil sein, einige Unterschiede sind jedoch zu beachten.

  • Die Kosten können gegenüber der Grenzgängerversicherung steigen. In der Regel bleiben die Prämien jedoch deutlich unter denen der deutschen Versicherungen.
  • Sie können in Deutschland nicht mehr ohne weiteres zum Arzt gehen oder medizinische Versorgung beanspruchen. Informieren Sie sich ggf. bei Ihrer schweizer Krankenversicherung über eine entsprechende Zusatzversicherung.
  • Die obligatorische Krankenversicherung in der Schweiz beinhaltet keine Pflegeversicherung (im Gegensatz zur deutschen). Eine entsprechenden Zusatzversicherung ist unbedingt empfehlenswert.
  • Die Zahnversicherung ist nur bei Unfall oder Krankheit teil der KVG. Ein Zusatz ist nötig, um weitere Zahnbehandlungen abzudecken.

Zusatzversicherungen vor dem Umzug!

Wenn Sie nach dem Umzug weiterhin zu Ihrem Arzt in Deutschland gehen möchten, können Sie bei Ihrer Versicherung in der Schweiz nach einem entsprechenden Zusatzschutz anfragen.

Nach dem Umzug in die Schweiz ist der Abschluss von deutschen Zusatzversicherungen nicht mehr ohne weiteres möglich. Da das Preis-Leistungs-Verhältnis jedoch wesentlich besser ist, sollten Sie sich vor dem Umzug um die Absicherung kümmern!

Schließen Sie vor dem Umzug eine Zahnzusatzversicherung ab! Die Zahnversicherungen in der Schweiz bieten weniger Leistung und sind zudem deutlich teuerer.

Eine Pflegeversicherung sollte ebenfalls unbedingt abgeschlossen werden. Nicht umsonst ist sie in Deutschland fester Bestandteil der Pflichtversicherung. Im Pflegefall fallen sehr hohe Kosten an, die ohne Versicherung von Ihren Angehörigen getragen werden müssen und zum finanziellen Albtraum werden können.

Es kann sich auch lohnen weitere deutsche Lebens- und Sachversicherungen zu behalten und in die Schweiz mitzunehmen. Da es von vielen Faktoren abhängt, ob dies im Einzelfall möglich ist, empfehlen wir Ihnen sich professionell beraten zu lassen. Gerne laden wir Sie zu einem persönlichen Beratungsgespräch ein.

Autor: Holger Kosmund

Holger Kosmund ist seit über 18 Jahren als unabhängiger Finanz- und Versicherungsberater im Raum Lindau am Bodensee tätig. Durch die Nähe zur Schweiz war er in dieser Zeit bereits vielen Grenzgängern bei der optimalen Absicherung und Vorsorge behilflich.

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